Wasserstoff als Schlüsseltechnologie – Rückblick auf den Tag des Ingenieurwesens für nachhaltige Entwicklung an der TH Wildau

Am 12. März 2025 fand an der Technischen Hochschule Wildau der Tag des Ingenieurwesens für nachhaltige Entwicklung statt, der in Kooperation mit der McPhy Energy Deutschland GmbH veranstaltet wurde. Im Mittelpunkt stand die Diskussion über Wasserstoff als Schlüsseltechnologie für die Energiewende.

Wasserstoff: Ein vielseitiger Energieträger

Wasserstoff wird als vielversprechender Energieträger betrachtet, der fossile Brennstoffe in verschiedenen Industrien ersetzen kann. Die Nationale Wasserstoffstrategie Deutschlands, die 2020 verabschiedet und 2023 aktualisiert wurde, zielt darauf ab, bis 2030 die Produktionskapazität auf mindestens 10 Gigawatt zu steigern, um eine klimaneutrale Energieversorgung zu fördern.

Innovative Anwendungen und Herausforderungen

Derzeit basiert die globale Energieversorgung noch überwiegend auf fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle und Gas. Erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung. An besonders sonnigen Tagen wird oft mehr Strom produziert, als das Netz aufnehmen kann. Eine zentrale Lösung ist der Ausbau effizienter Energiespeichersysteme. Neben mechanischen Speichern wie Pumpspeicherkraftwerken oder Druckluftspeichern gewinnen moderne Speichertechnologien wie Batterien und Wasserstoff an Bedeutung.​

Ein weiterer innovativer Ansatz ist die Gewinnung von Öl aus Algen als potenzielle Alternative für Dieselkraftstoffe. Die Skalierbarkeit der Speichersysteme ist entscheidend. Während Wasserstoff vielversprechend erscheint, bleibt seine Effizienz im Vergleich zu anderen Speichermethoden noch optimierungsbedürftig. Besonders für den Lkw-Verkehr könnte er jedoch eine tragfähige Lösung sein, während für Pkw derzeit andere Alternativen bevorzugt werden.​

Technologische Fortschritte in der Elektrolyse

Florian Bergen, Vertriebsleiter Mittel- und Nordeuropa bei McPhy Energy Deutschland GmbH, präsentierte die Elektrolyse-Technologie seines Unternehmens. McPhy, 2008 aus einem Forschungsprojekt hervorgegangen, ist eine führende Industriegruppe für Anlagen zur Produktion und Distribution von kohlenstofffreiem Wasserstoff. Ein Nebenprodukt dieses Prozesses ist Wärme und Sauerstoff – beides kann weiter genutzt werden. Dabei erklärte er die Funktionsweise einer Wasserstoffproduktionsanlage und ging auf die Herausforderungen beim Hochlauf der Fertigungskapazitäten ein.​

Forschung an alternativen Energiespeichern

Ein besonders vielversprechendes Forschungsfeld von Prof. Dr.-Ing. Anselm Fabig ist die Nutzung von Silicium als Energiespeicher. Das unkomplizierte und ungiftige Silicium könnte als Energiespeicher genutzt werden. 1 kg Silicium könnte bis zu 20 kWh speichern und somit bestehende Kraftwerke sowie deren Infrastruktur für die Wasserstoffproduktion nutzbar machen. Ein enger Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Forschung ist essenziell, um zukunftsweisende Technologien weiterzuentwickeln.​

Ingenieurwesen als Treiber der Energiewende

Die Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll: Deutschland hat das Potenzial, eine führende Rolle in der globalen Energiewende einzunehmen. Doch der Wandel erfordert Investitionen, Planungssicherheit und eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft und Politik. Die Strategie „von innen nach außen und parallel“ könnte helfen, Abnehmer für neue Technologien zu gewinnen und durch gezielte Subventionen Planungssicherheit zu schaffen. Die Veranstaltung an der TH Wildau hat gezeigt, dass es bereits zahlreiche Initiativen gibt, um nachhaltige Technologien voranzutreiben – jetzt müssen die nächsten Schritte folgen.​

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden und Referenten für den spannenden Austausch und freuen uns auf den nächsten Tag des Ingenieurwesens für nachhaltige Entwicklung!


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