Bürokratieabbau und grüne Technologien: Was das EU-Omnibus-Gesetz für Ingenieurinnen und Ingenieure bedeutet

Die Europäische Kommission hat mit ihrem neuen Gesetzesvorhaben eine umfassende Initiative zur Entlastung der Wirtschaft vorgestellt. Das sogenannte Omnibus-Gesetz zum Bürokratieabbau, der Clean Industrial Deal und der Aktionsplan für bezahlbare Energie sollen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie stärken und nachhaltige Technologien fördern.

Weniger Bürokratie, mehr Effizienz

Ein Kernaspekt des Omnibus-Gesetzes ist der Abbau bürokratischer Hürden. Insbesondere die Nachhaltigkeitsberichterstattung und die Lieferkettenprüfung sollen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) deutlich vereinfacht werden:

  • Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten sind künftig nicht mehr verpflichtet, Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen.
  • Die Taxonomie-Verordnung, die nachhaltige Investitionen definiert, wird für kleinere Unternehmen stark vereinfacht.
  • Die Lieferkettenprüfung beschränkt sich künftig auf direkte Geschäftspartner – eine erhebliche Entlastung für Ingenieurbüros und Bauunternehmen.

Diese Maßnahmen könnten Kosten in Milliardenhöhe einsparen und den administrativen Aufwand reduzieren. Für Ingenieurinnen und Ingenieure bedeutet dies: mehr Fokus auf Projekte, weniger bürokratische Hürden.

Förderung der grünen Technologien

Mit dem Clean Industrial Deal setzt die EU-Kommission gezielt auf die Förderung energieintensiver Industrien und nachhaltiger Technologien. Hierbei spielen Ingenieurinnen und Ingenieure eine entscheidende Rolle:

  • Öffentliche Aufträge sollen künftig stärker europäische Anbieter bevorzugen, wenn Nachhaltigkeitskriterien erfüllt sind.
  • Genehmigungsverfahren für klimaneutrale Produktionsanlagen sollen beschleunigt werden.
  • Der geplante Industrial Decarbonisation Accelerator Act soll energieintensive Unternehmen beim Umstieg auf umweltfreundliche Technologien unterstützen.

Gerade für den Ingenieursektor eröffnen sich dadurch neue Chancen: Investitionen in klimaneutrale Technologien, energieeffiziente Infrastruktur und innovative Bauprojekte werden erleichtert.

Chancen für Ingenieurinnen und Ingenieure in Brandenburg

Die geplanten Maßnahmen könnten Brandenburg als Standort für nachhaltige Industrie und innovative Ingenieurleistungen stärken. Weniger bürokratische Hürden und gezielte Fördermaßnahmen bedeuten für Ingenieurbüros:

  • Erleichterter Zugang zu öffentlichen Aufträgen, wenn sie nachhaltige Lösungen bieten.
  • Schnellere Genehmigungsprozesse für innovative Bau- und Energieprojekte.
  • Neue Geschäftsmöglichkeiten durch den Ausbau grüner Technologien.

Das Omnibus-Gesetz könnte ein bedeutender Schritt zur Stärkung der europäischen Ingenieurbranche sein. Weniger Bürokratie, gezielte Förderungen und nachhaltige Investitionen bieten neue Chancen für Ingenieurinnen und Ingenieure in Brandenburg. Es bleibt abzuwarten, welche Änderungen das Gesetz im EU-Parlament noch erfährt – doch die Weichen für eine zukunftsorientierte Wirtschaft sind gestellt.

© Mnirat | AdobeStock
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